Wintersenf © Inselfein/ Maike Jürs
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Föhr für zu Hause: Föhrer Köstlichkeiten und Spezialitäten unter dem Weihnachtsbaum

Tief durchatmen, den Blick in die Ferne schweifen lassen, wo am Horizont die Halligen liegen und die Möwen ziehen und zum Aufwärmen einen Friesentee oder eine «Tote Tante». In den kommenden Wochen bleibt dieser Urlaubstraum für die meisten Föhr-Liebhaber leider unerfüllt. Die Sehnsucht nach der Friesischen Karibik, wie die Nordseeinsel liebevoll genannt wird, können Föhrer Köstlichkeiten und Spezialitäten stillen: Produkte aus Wolle, selbstgemachte Bonbons, Marmelade, Senf und Käse oder ein Gutschein für eine Behandlung mit Nordsee-Schlick holen Föhr nach Hause, schenken Freude unter dem Weihnachtsbaum und versüßen die Vorfreude auf den nächsten Insel-Urlaub.

Die See und der Himmel, der Deich und die Schafe. Es ist nicht nur ein typisches Bild an der Nordsee, eine idyllische Szene, sondern Schafe schützen die Deiche und pflegen zudem ökologisch wertvolle Landschaften und Naturräume. „Einige Schafe liefern mir auch schöne, feine Wolle“, sagt Heike Müller aus Oldsum – sie spinnt, färbt und strickt. Föhrer Wolle heißt ihr Geschäft; sie verkauft die fertig gesponnene und gefärbte Wolle von Föhrer Schafen. „Besonders gern nehme ich Wolle von Schafen, zum Beispiel Coburger Fuchsschafen oder Gotland-Schafen, die zum ersten Mal geschoren werden – das ist die sogenannte Lammwolle, sie ist besonders weich“, sagt sie. Vom Schaf zum Pullover ist es ein langer, manchmal anstrengender Weg. Nach dem aufwändigen Waschen und Kämmen der Wolle verspinnt Heike Müller die Rohwolle zu feinen Fäden und verzwirnt sie, dies geschieht wie zu Omas Zeiten am Spinnrad. Dann färbt Heike Müller, ebenfalls von Hand, die Föhrer Wolle. Im großen Garten ihres schönen Hauses im historischen Teil von Oldsum trocknet die Wolle. Ein buntes Bild; Wolle so blau wie der Himmel, so rot wie die Rosen im Garten, flatternd im Wind. Und sie strickt sehr gern: „…das bringt mich runter, das hat schon etwas Meditatives!“ Und weil sie gern strickt, kann Heike Müller neben der reinen Wolle auch fertige Produkte anbieten – Socken und Mützen zum Beispiel, Schals oder Stulpen. In ihrer Oldsumer Werkstatt zum Beispiel bietet sie die verschiedenen Wollen und fertige wollige Produkte an und geht dabei gern auf Kundenwünsche ein, Interessenten können sich auch unter www.foehrer-wolle.de informieren und sie dann bezüglich Versand kontaktieren.

© Föhrer Snupkroom/ Enken Brodersen

Fruchtaromen liegen in der Luft, es riecht süß und saftig. In der Bonbon-Manufaktur Föhrer Snupkroom kochen sie wieder Bonbons; Süßigkeiten – Snupkroom auf Friesisch. In den Regalen stehen die Gläser mit den Bonbons und Lutschern, den süßen Leckereien, bunt und verführerisch, variantenreich von süß bis salzig, fruchtig und aromatisch, man möchte hineinlangen und sich eines in den Mund stecken, die rot-weiße Zuckerstange verführt zum Zugriff. „Wer hat sich als Kind nicht – so wie Pippi Langstrumpf – gewünscht, einen Bonbonladen zu besitzen?“, fragt Enken Brodersen; sie hat einen. Vorsichtig erhitzen sie den Zucker und fügen die Aromen hinzu. Dann kommt die zähflüssige Masse auf eine Marmorplatte und wird von Hand geknetet – das kostet Kraft –, danach kommt sie in die Presse oder Walze, das muss schnell gehen. „Unsere Bonbonwalzen sind zum Teil mehr als hundert Jahre alt“, sagt Enken Brodersen, „…einige stammen aus Philadelphia, andere aus Deutschland; danach habe ich lange gesucht.“ Und so klappern nun auf Föhr die Bonbons heraus. Traditionell geht es zu in der Bonbon-Manufaktur: „Die Bonbons stellen wir nach alten Rezepten her – es sind eigene Kreationen und auch nach Rezepten eines dänischen Bonbonkochers“, sagt Enken Brodersen. „Für den Advent gibt es die Tüten mit weihnachtlichen Motiven – Schneemann, Weihnachtsbaum – und Aromen wie zum Beispiel Bratapfel, Zimt oder Mandarine. Aber auch Glühweinbonbons und handgerührte gebrannte Mandeln.“ Und natürlich Lakritz, die Tüte Friesentaler, pur und salzig mit maritimen Motiven wie Leuchtturm, Anker oder Seestern und der Silhouette der Insel Föhr. Hier werden nicht nur Kinder glücklich. Info und Online-Shop: www.foehrersnupkroom.de

Irgendwo bei Alkersum: Saftige Weiden im Inselinneren bis zum Horizont, Landwirtschaft prägt das Bild, Milchviehhaltung. Föhr ist auch Bauernland, typisches Nordfriesland. „Die Milch für unsere Hofkäserei bekommen wir von unserem Nachbarn“, sagt Jens Hartmann vom Hofladen Föhrer Inselkäse, „…und in unserem Betrieb auf dem Bauernhof verarbeiten wir sie ohne Umweg über das Festland zu Butter, Quark und Joghurt – und eben zu Föhrer Inselkäse.“ Seit sieben Generationen hat die Familie diesen Hof, vor 27 Jahren begann Senior-Chef John Hartmann damit, Föhrer Milch zu verarbeiten und zu veredeln, gründete die Käserei. Inzwischen verkaufen Hartmanns im Hofladen und über den Online-Shop nicht nur sieben Sorten Käse, sondern zum Beispiel auch Wurst. Käse aber ist Leidenschaft wie es die Landwirtschaft auch ist. „Die Milch wird erwärmt, dann wieder abgekühlt und mit dem natürlichen Ferment Lab versetzt, damit wird die Milch dickgelegt und durch das Schneiden fällt Molke an.“ Durch den Kessel rotiert das Messer und später wird der Käsebruch in die Formen gedrückt. „Je nach Sorte lassen wir unseren Käse nun sechs bis acht Wochen hier bei uns auf dem Hof reifen“, erklärt Jens Hartmann, „jeden zweiten Tag gehen wir in den Reiferaum, wenden die Laibe und wischen sie ab.“ Die Grundsorte „Natur“ schmeckt nach einer Mischung aus Gouda und Tilsiter, nach guter Milch eben. Man denkt daran, dass die Insel eben auch Bauernland ist. Egal, ob jung und mild oder länger gereift und würzig – Föhrer Inselkäse gibt es auch für zu Hause. Beliebt ist die Sorte mit Kümmel oder „die mit Bockshornkleesamen, das gibt dem Käse ein leichtes Aroma nach Walnuss.“ Info und Online-Shop: www.foehrer-inselkaese.de

Wintersenf © Inselfein/ Maike Jürs
Wintersenf © Inselfein/ Maike Jürs

Als letztes im Jahr haben sie Quitten geerntet; diese birnenförmige, herbe, köstliche Frucht, zuvor die Pflaumen. Im Garten von Freunden und Bekannten, auf der Insel und im alten Obstgarten. Maike Jürs und Mathias Flenker von der Genussmanufaktur Inselfein pflücken auf Föhr über die gesamte Saison Obst und Früchte, in den Gärten von Toftum, Oldsum und in Süderende, in freier Natur wo es erlaubt ist und abseits der Straßen. Daraus stellen sie Marmeladen und Fruchtaufstriche her. „Uns ist die Verwendung lokaler und saisonaler Früchte von Föhr wichtig“, sagt Maike Jürs, „…gern auch historische Obstsorten wie die Bürgermeister-Birne, die wächst bei uns vor der Tür und ist typisch norddeutsch und wir verwenden sie für Marmeladen oder in unserem Senf. Sie ist sehr aromatisch, so essen kann man sie eigentlich nicht, sie ist zu klein und zu hart.“ Wird aber doch gebraucht und ist lecker, wenn man weiß, wie. Dem pikanten Senf kann die Bürgermeister-Birne Kontra geben und Aroma, Schärfe und süße Frucht passen gut zusammen, ohnehin – im Senf ist viel Spiel möglich. „Die Körner mahlen wir selbst und die meisten Senf-Rezepte haben wir mit viel Erfahrung kreiert“, sagt Maike Jürs. Genügend gutes Obst gibt es auf Föhr. Natürlich auch für Was aufs Brot und Brötchen: Im Winter und zu Weihnachten schmecken Gewürze in der Marmelade, wie Zimt zum Apfel. „Und zur Pflaume passt Kardamom, zur Quitte Gewürznelke“, sagt Maike Jürs. So bekommen Föhrer Früchte einen winterlichen Touch. Und man denke daran: Föhr ist die Insel der Seefahrer, vor ein paar hundert Jahren brachen sie auf nach Ostindien – und dort endeckten sie Nelken, Pfeffer & Co. Info und Online-Shop: www.inselfein.de

Alle Informationen rund um Urlaub auf der Insel Föhr gibt es unter www.foehr.de.