Deutschland, Gourmetreisen

Grünkohl und Grog

Wenn es draußen kalt wird, setzen die Schleswig-Holsteiner auf Wärme von innen. Zum beliebtesten winterlichen Küsten-Essen gehört Grünkohl „mit allem“ (Wurst, Bauch, Kassler oder Nacken), und meist mit den köstlichen, karamellisierten Kartoffeln. Auf der Karte stehen im Winter häufig nordfriesisches Salzwiesenlamm mit Bohnen und Speck oder Schwarzwurzeln und Tüften (plattdeutsch für Kartoffeln). Auch der berühmte Dithmarscher Kohl aus Europas größtem geschlossenem Kohlanbaugebiet ist eine schmackhafte Beilage.

Besonders erfinderisch sind die Menschen an der Küste, wenn es um wärmende Getränke geht. Winterzeit ist Punschzeit, Glühweinzeit und Grogzeit. Sehr gern wird Eiergrog aus Eigelb, Zucker, Rum, Wasser und einer Prise Muskat getrunken, ebenso der beliebte Pharisäer, der aus Kaffee, Zucker, Rum und Sahne besteht. Das Getränk verdankt seinen Namen einem Pastor auf Nordstrand, der seine Gastgeber als Pharisäer bezeichnete, weil sie auf einer Familienfeier den Rum in Kaffee gossen um den Alkohol vor ihm zu verbergen. Der Schwindel flog auf, als die Gäste vom Kaffee immer lustiger wurden, Pastor Georg Bleyer versehentlich eine falsche Tasse erhielt und rief: Oh, was seid ihr doch für Pharisäer!“ Übrigens: Der „Pharisäer“ wird nicht umgerührt. Die Geschichte spielte sich im Pharisäerhof auf Nordstrand ab, den man heute noch besuchen kann. Auch im Café „Nordstrander Teestuv“ neben der Nordstrander Töpferei lohnt die Einkehr. Eva Jensen serviert Eierlikör- oder Friesentorte und macht den Kaffee fertig. Und nun, wie man in Nordfriesland sagt: „Lat di Tied“ – Lass dir Zeit…! nordstrand.de



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